Andacht
Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Joh.21) Mitten hinein in eine von angstgeprägte Stille ertönt ein Shalom. Es schreckt die Jünger auf. Shalom, Friede? Nein, das kann nicht werden, nicht nachdem, was wir erlebt haben, was wir durchgemacht haben. Zu nah sind die Geschehnisse der letzten Tage. Der bedeutungsvolle, hoffnungmachende Einzug in Jerusalem, als die Menge ihnen, aber vor allem Jesus zujubelte, dann das gemeinsame Essen, so fröhlich hatte es begonnen, doch dann entsagte Judas der Gemeinschaft, verließ das Team um seinen bösen Plan durchzuführen. Der Garten als der Freund mit Legionären kam, Jesus mit einem Kuss verriet. Sie alle waren geflüchtet, wollten selbst nur noch ihre Haut retten. Jesus aber wurde abgeführt, verhört, verspottet, gegeißelt, verurteilt und schließlich ans Kreuz genagelt. Dort starb er. Und mit ihm alle Hoffnung, jede Zufriedenheit und jeder Friede. Sie, die Jünger hatten sich verbarrikadiert, weil sie um ihre Sicherheit um ihr eigenes Leben fürchteten. Was wohl werden wird? Mit uns? Mit unseren Zielen und Hoffnungen?
Shalom, Friede! Ein zweites Mal durchdringt der Ruf den Raum der Angst. Die Jünger öffnen die Augen, werden gewahr, wer da mitten in ihrem Raum steht: Jesus, ihr Herr und Meister. Jesus ihre Hoffnung! Jesus ihre Zufriedenheit.
Manchmal braucht's der doppelten Ansprache. Manchmal braucht's seine Zeit bis es auch bei mir ankommt. Shalom, Friede sei mit dir. Friede, das meint mehr als ein friedvolles Miteinanderleben. Friede, Gottes Friede, meint Versöhnung, bedeutet Gott stellt sich mir zur Seite, Gott öffnet neuen Horizont, schenkt neue Weite, lässt wacklige Beine wieder laufen, lässt aufatmen, gibt Mut entgegen der Resignation. Neue Kraft.
Friede euch! Friede dir! Ganz persönlich gelten die Worte Jesu dir und mir. Seit der Begegnung mit dem Auferstandenen gilt: Gott ist an meiner Seite. Er ist für mich. Darum: Geht hin in die Welt! |